Ernährung

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Indigene Völker verbringen viel Zeit damit, sich um das Essen zu kümmern. Sie müssen es finden oder selbst herstellen. Sie gehen auf die Jagd und zum Fischen, sammeln wilde Früchte im Wald und ernten, was sie angepflanzt haben. All diese Tätigkeiten erfordern ein großes Wissen um die Region, in der sie leben. Sie kennen die jahreszeitlichen Veränderungen des Regens und die Lebensgewohnheiten der Tiere, sie wissen, wann bestimmte Früchte reif sind und wann die beste Zeit ist, um Getreide zu säen und zu ernten.

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Für die Herstellung von Nahrungsmitteln produzieren sie auch die Werkzeuge und Gegenstände, die sie für die Jagd und die Nahrungszubereitung brauchen. Sie bauen Fallen und Kanus, Körbe, Pfeile und Bögen und Pfeifen.



Welche Arbeiten verrichten die indigenen Völker auf ihren Feldern?
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In indigenen Gesellschaften arbeiten sowohl Männer wie Frauen auf dem Feld. Aber sie haben unterschiedliche Aufgaben. Die Männer sind verantwortlich für die Bereitstellung von Land, damit es kultiviert werden kann. Zuerst roden sie eine Gegend. Dann brennen sie das getrocknete Gehölz ab. Dies schafft Platz, und die Asche erzeugt einen guten Dünger.

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Dann machen die Männer die Fläche frei von Holzresten. Die Frauen erledigen die restliche Arbeit: Wenn der erste Regen fällt, pflanzen sie Mais, Bohnen, Maniok, Erdnüsse und Yam. Sie halten das Feld sauber und jäten Unkraut. Wenn die Früchte reif sind, ernten die Frauen sie und tragen sie in Körben, die sie aus getrockneten Blättern geflochten haben, zurück ins Dorf.

Finde heraus, wie die Tuyuka Nutzpflanzen anbauen. Sie leben im Norden der Amazonasregion, nahe der Flüsse Negro und Uaupés.

Haushaltsgegenstände der Tuyuka

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Alles, was wir in unseren Gärten ernten, wird mit “Aturás” ins Dorf transportiert. Dies sind Körbe aus Lianen. Man trägt sie auf dem Rücken und vewerndet dabei ein Band, das um den Kopf gebunden wird.

Die Tuyuka machen diese Tragekörbe nicht selbst. Eine andere indigene Gruppe, die Hupda, stellen sie her. Die Tuyuka tauschen sie gegen Dinge, die die Hupda brauchen. Das kann Salz sein, oder Aluminiumpfannen, Kleidung, Maniokmehl oder Maniokwurzeln.

An den Oberläufen des Negro-Flusses liegt die Heimat von mehr als 20 verschiedenen indigenen Gruppen. Die Tuyuka sind eine von ihnen. Einige verschiedene Völker sind unsere Nachbarn: die Tukano und die Yebamasã, die Bará, die Barasana, die Hupda und die Desana... Andere leben entlang der Flüsse weiter weg, wie die Baniwa.

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Die Hupda binden die besten Körbe. Die Tuyuka sind Experten beim Kanubau. Die Desana flechten Körbe aus getrocknetem Arumã-Gras. Diese Körbe werden verwendet um Maniokbrot, “Beiju”, zu servieren. Die Baniwa, sind inzwischen das einzige Volk, das noch weiß, wie man Maniok-Reiben herstellt.

Es gibt ein großes Handelsnetz in der Gegend. Das garantiert, dass die Maniok-Reiben der Baniwa alle ethnischen Gruppen erreichen. Dasselbe gilt für die Aturá-Körbe der Hupda, die Tuyuka-Kanus usw.

(Text: Tuyuka-Gemeinschaften von Pari Acima am oberen Rio Tiquié)

Die Jagd
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Die Männer gehen auf die Jagd. Sie gehen allein oder in Gruppen. Gejagt wird in der Nähe des Dorfes oder auch weiter entfernt. Auf längeren Jagd-Expeditionen verbringen die Männer mehrere Tage im Wald. Fallen, Pfeil und Bogen und andere Dinge sind wichtig für den Erfolg der Jagd. Die Männer stellen die Geräte Tag für Tag neu her.

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Jäger müssen die Gewohnheiten der Tiere genau kennen, wenn sie viel Fleisch nach Hause bringen wollen. Sie müssen wissen, welche Tiere nachtaktiv sind, und welche am Tag wach sind, was welche Tiere gern fressen, ob sie allein leben oder in der Herde, welche Spuren sie hinterlassen und wo sie sich verstecken. Dieses Wissen macht es viel leichter, Tiere zu finden, eine Jagd vorzubereiten und die nötigen Fallen zu bauen. Manchmal helfen auch Hunde bei der Jagd.

Das Fischen

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Fisch ist für viele indigene Völker ein wichtiges Nahrungsmittel. Daher kennen sie viele verschiedene Fischerei-Techniken.

Die häufigsten sind: timbó (eine Art Wein) oder ein anderes Gift ins Wasser schütten; mit Haken und Angeln fischen; das Auslegen von Fallen und Netzen etc. In manchen Gemeinschaften fischen nur die Männer, und manchmal verbringen sie mehrere Tage an Flüssen oder Seen. In anderen Gemeinschaften fischen auch die Frauen, oder die ganze Familie. Wenn die ganze Familie zum Fischen geht, wird die Arbeit ein großer Spaß!

Weißt Du, was „Fangen mit timbó“ bedeutet?

„Fangen mit timbó“ ist eine unter idigenen Völkern verbreitete Art des Fischens.

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Meist sind viele Leute daran beteiligt, den Fisch zu fangen und ihn zuzubereiten. Timbó ist eine Kletterpflanze, die im Wald wächst. Sie wird in Stücke geschnitten, die in Wasser eingeweicht werden. Die weichen Stücke werden mit hölzernen Mörsern zu einem Brei zerstoßen und unter Wasser verteilt, wo die Fische leben. Unter Wasser wird eine bläulich-weiße Substanz freigesetzt, die ein wenig wie Seifenpulver aussieht. Diese Substanz heißt „Timbó“ und ist für die Fische giftig. Die Fische sterben nicht sofort, sondern bewegen sich langsam und sind so einfach zu fangen.

Auf diese Weise können viele Fische ins Dorf gebracht werden, wo die Leute ein großes Fest vorbereiten!

Finde heraus, warum Fisch für das Enawenê-Nawê-Volk so wichtig ist:

Fischfang bei den Enawenê-Nawê

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Die Enawenê-Nawê, die im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso leben, jagen nicht nach Fleisch und essen selten Vögel. Sie leben von der Nahrung, die sie in ihren Gärten anbauen, wie Maniok und Mais. Und sie essen Fisch. Für sie ist Fisch sehr wichtig. Fisch ist ein wichtiger Teil ihrer Feste, und mit Fisch wird auch gehandelt.

Diese Menschen haben ausgezeichnete Kenntnisse über die Vermehrung und die Wanderungsgewohnheiten von Fischen. Die Männer planen den kollektiven Fischfang auf der Grundlage dieser Kenntnisse. Meist findet der Fischfang im Februar und März statt. Das ist auch die Zeit für das Yãkwá-Ritual.

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Um all den Fisch zu fangen, der für die richtige Ausführung des Rituals notwendig ist, bauen sie Dämme im Fluss, der die Fische am Zurückschwimmen hindert. Sie verwenden auch Fallen. Mit diesen Techniken gelingt es ihnen, große Mengen Fisch zu fangen. Der Fisch wird ins Dorf gebracht und ernährt mehrere Monate lang die gesamte Gemeinschaft. Die Enawenê-Nawê räuchern den Fisch, damit er nicht schlecht wird. Dies stellt sicher, dass sie viele Mahlzeiten daraus zubereiten können. Wie beim großen Fischfang für das Yãkwa-Ritual, geht bei den Enawenê-Nawê die ganze Familie zum Fischen. Bei diesen Ausflügen fischen sie mit Timbó, mit Haken und mit kleinen Fallen, die im Wasser platziert werden.
Essen zubereiten!

Finde heraus, was verschiedene indigene Gruppen essen und wie sie ihre Mahlzeiten zubereiten.

Der Parque Indígena Xingu liegt im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Er ist die Heimat vieler verschiedener indigener VöIker. Diese Menschen sprechen viele Sprachen und haben unterschiedliche gesellschaftliche und kulturelle Traditionen.

Auch das Essen wird in dieser Region auf viele unterschiedliche Arten zubereitet. Kannst Du Dir vorstellen, was in den Gemeinschaften gekocht und gegessen wird?

Werfe einen Blick auf ein paar Rezepte von verschiedenen indigenen Gruppen im Parque Indígena Xingu!

Kanapee oder Maniokbrot mit Erdnüssen

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Zuerst holt eine Frau Maniokwurzeln aus dem Garten. Zurück im Dorf, wird der Maniok in Wasser eingeweicht. Wenn er weich geworden ist, wird er aus dem Wasser genommen und geschält. Dann wird der Maniok in der Sonne getrocknet. Ist er trocken, wird er mit Mörser und Stößel zerstampft. Nachdem er gestampft und abgeseiht ist, wird ein zweites Mus aus Erdnüssen zubereitet. Dann werden Maniok- und Erdnussmus gemischt. Mit ein wenig Flüssigkeit wird daraus ein Teig geknetet und zu einem Laib geformt. Auf glühendem Holz wird das Brot gebacken. Sobald die Oberfläche knusprig ist, kann es gegessen werden.

(Rezept: Moreajup Kaiabi)


Mutap

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Zuerst geht ein Mann zum Fischen. Er kommt mit Fisch zurück, den eine Frau kochen soll. Der Fisch wird ausgenommen und geschuppt. Dann kommt der Fisch in eine Pfanne und wird mit Wasser, Salz und Chilischoten gekocht. Auf dem offenen Feuer dauert es ca. 40 Minuten, bis der Fisch gekocht ist. Wenn er weich ist, gibt die Frau Mutap-Mehl dazu und verrührt es mit dem Fisch in einer hölzernen Schale. Dazu isst man Maisbrei, Erdnüsse und Reis. Die Kaiabi geben manchmal noch andere Zutaten zum Mutap, wie Taioba-Blätter, oder verschiedene Maniok-Blätter. Dann schmeckt Mutap richtig gut. 

(Rezept: Awatat Kaiabi)

Was wird während der Klausur gegessen?

Wenn ein Junge zum Mann oder ein Mädchen zur Frau heranwächst, ist es Zeit, dass sie Dinge lernen, die sie brauchen, wenn sie erwachsen sind und eigene Familien haben werden. In vielen indigenen Gesellschaften gehen Jungen und Mädchen am Übergang zum Erwachsenenalter für eine bestimmte Zeit in Klausur. Sie bleiben nur mit ihren engsten Verwandten in Kontakt, die ihnen beibringen, was sie wissen müssen. Diese Zeit wird „Klausur“ genannt. Während dieser Zeit müssen junge Leute die Regeln befolgen, die in ihrer Gemeinschaft herrschen.

Der folgende Text stammt aus dem Buch „Saúde, Nutrição e Cultura no Xingu“ (Gesundheit, Ernährung und Kultur am Xingu) aus dem Jahr 2004. Es beschreibt, wie die Klausur bei den Yudja, die im Parque Indígena Xingu leben, abläuft:

Ein Yudja-Mädchen in Klausur

Zu Beginn der Klausur darf das Mädchen bestimmte Dinge nicht essen, wie beispielsweise Früchte, die schnell reifen: Bananen, Papayas, Wassermelonen und Waldfrüchte wie Api und Ingá. Das Mädchen darf kein Feuer berühren oder jegliches Essen kochen. Während dieser Zeit dürfen sich nur die Mutter und die älteren Schwestern um das Mädchen kümmern. Es darf mit niemandem Kontakt haben außerhalb seiner Familie.

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Mädchen gehen unmittelbar nach ihrer ersten Menstruation in Klausur. Jungen gehen auch in Klausur. Sie dürfen dann nur ungesalzenen Fisch, Maniokbrei, Maniokbrot und feines Maniokmehl essen.

Diese Praxis hat ihren Sinn: Wenn ein Mädchen in Klausur geht, lehren seine Mutter, seine Schwestern und seine Großmutter es, wie man Hängematten herstellt, verschiedene Muster webt, den Körper bemalt und Handwerk verschönert.

Dasselbe gilt für einen jungen Mann: Sein Vater zeigt ihm, wie man Pfeil und Bogen herstellt, ein Sieb, eine Keule, ein Ruder und andere Dinge, die er irgendwann brauchen wird.

Wenn ein Mädchen in Klausur ist, bekommt es von seinen Eltern spezielle Kräuter. Manche Kräuter verursachen Übelkeit und Erbrechen und sollen den Körper reinigen. Andere Kräuter werden dem Wasser beigefügt, in dem es sich wäscht. Auch die Jungen bekommen Kräuter. Manche lassen sie erbrechen, andere kommen ins Wasser, mit dem sie sich waschen. Wieder andere Kräuter werden als Extrakt in die Augen getröpfelt, oder der Körper wird damit eingerieben.
Es ist eine Zeit, in der sich das Leben eines jungen Menschen verändert. Er lässt seine Kindheit zurück und wird erwachsen. 

(Text: Yapariwa Yudja)

Die Wajãpi leben in den brasilianischen Bundesstaaten Anapá und Pará, sowie in Französisch Guyana. Während ihrer Klausur ernähren sich Wajãpi-Mädchen ganz anders als sonst.
 
Hier erfährst Du, was sie während dieser Zeit essen können und was nicht. Der folgende Text stammt aus dem Buch der Forscherin und zweisprachigen Wajãpi-Lehrerin Jane Reko Mokasia „Fortalecendo a Organização Social Wajãpi“ (Stärkung der sozialen Struktur der Wajãpi) aus dem Jahr 2008.

Die Klausur eines Wajãpi-Mädchens

Nach unserer Tradition geht ein Mädchen in Klausur, wenn sie zum ersten und zum zweiten Mal ihre Menstruation hat. Die Regeln sind: Iss überhaupt nichts, sprich mit niemandem, geh nicht ins Sonnenlicht, werde nicht vom Regen nass, geh nicht auf Erdboden, denke an gar nichts, schlafe nicht viel, wasche nicht im Fluss.

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All diese Regeln werden eingehalten. Das Mädchen darf sie nicht brechen. Falls das Mädchen die Regeln bricht, kann das viele Probleme verursachen. Es kann sterben. Es kann für lange Zeit erkranken. Oder andere Dinge können geschehen. Deshalb werden seine Großeltern und seine Mutter es vor den Gefahren warnen.

Wenn das Mädchen seine erste Periode hat, geht es in Klausur. Dann darf es bestimmte Dinge nicht essen, wie zum Beispiel Pinselohrschwein oder Pekari-Fleisch, Kartoffeln, Yams etc. Falls das Mädchen die falsche Nahrung zu sich nimmt, wird ihr Körper fleckig, oder es bekommt kleine Beulen. Wenn ein Mädchen in Klausur ist, wählen seine Eltern das richtige Essen für es aus. Es darf Maniokbrot, Nambu-Fleisch und manche Fischsorten wie Traíra essen. Isst es irgendetwas anderes, bekommt es Alpträume und wird schnell altern.

(Text: pesquisadores e professores bilíngues wajãpi)

Was essen die Tuyuka?

Folgender Text stammt aus dem Buch „Histórias Tuyuka de rir e de assustar“ (Lustige und erschreckende Geschichten der Tuyuka) aus dem Jahr 2004. Er beschreibt die Hauptnahrungsmittel der Tuyuka, die in der oberen Rio Negro-Region leben, im Nordosten des Amazonas-Regenwalds:

Fischen und Jagen bei den Tuyuka

Manchmal fischen und jagen die Tuyuka weit entfernt von dem Gebiet, in dem sie leben. Sie gehen zu Flüssen, in denen es viele Fische gibt. Sie bauen einen Unterschlupf aus getrockneten Blättern, die „Tapiri“ heißen. Sie machen Feuer, damit sie es nachts warm haben, kochen auf dem Feuer und räuchern den Fisch, den sie fangen. Sie verbringen Tage und Nächte mit dem Fischen, und wenn es sich ergibt, gehen sie auch auf die Jagd.

Die Tuyuka-Männer fischen viel. Fisch ist ihre wichtigste Eiweiß-Quelle. Sie essen mehr Fisch als Fleisch.

Die Tuyuka sind für die Fischerei sehr gut ausgestattet. Sie verwenden Timbó, Angeln, sowie Behälter, um Fische lebendig zu transportieren, und viele verschiedene Arten von Fischfallen, die „matapi“, „jequi“ und „caiá“ heißen. Sie verwenden auch industriell hergestellte Hilfsmittel wie Metallhaken und Nylonnetze.

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Der beste Ort, um Tiere zu jagen, ist der tiefe Wald, fern von allem menschlichen Leben. Diese Gegenden sind gute Jagdgründe, aber sie sind auch gefährlich. Jäger haben oft Gewehre dabei. Manche haben Jagdhunde, die die Spuren von Tieren aufnehmen können. In der Vergangenheit gingen die Tuyuka-Männer vor allem mit Pfeil und Bogen und Pfeifen, die „Zarabatana“ genannt werden, auf die Jagd. Eine Zarabatana ist ein langes Rohr, das aus einer gleichnamigen Palme hergestellt wird. Diese Bäume sind hohl. Kleine Giftpfeile werden aus den Rohren geblasen. Wenn sie ein Tier treffen, wird dies von dem Gift im Pfeil gelähmt. Die Pfeile werden hauptsächlich verwendet, um auf Affen und Vögel in Baumwipfeln zu schießen.

Zu den Tieren, die die Tuyuka jagen, gehören Tapire, Pinselohrschweine, Affen und Gürteltiere. Die Männer fangen auch Reptilien, um sie zu essen, wie Eidechsen, Tegus und Alligatoren. Manche Tiere wie Schildkröten oder graue Schwäne werden gefangen, aber nicht gegessen. Sie werden als Haustiere gehalten.

(Text: Tuyuka-Gemeinschaften von Pari Acima am oberen Rio Tiquié).



Die Gärten der Tuyuka

Die Tuyuka legen große Gärten auf gerodeten Flächen im Wald an. Jedes Jahr pflanzen sie Maniok an. Es gibt viele verschiedene Maniok-Arten, wie Macaxiera, Aipim und Mandioca brava. Mandioca brava enthält ein Gift, das vor dem Verzehr entfernt werden muss. Deshalb wird das Wurzelgemüse zunächst behandelt: Es wird gerieben und zerdrückt, um das Fruchtfleisch („massa“) von der giftigen Flüssigkeit („manicuera“ oder „tucupi“; der Name variiert je nach Region) zu trennen. Die Flüssigkeit wird gekocht, bis sich all das Gift verflüchtigt hat. Dann kann die Frucht gegessen werden. Das Fruchtfleisch wird zu einer Art Brot verarbeitet. Es wird über dem Holzfeuer geröstet und in große runde Stücke geformt, die als „Beijus“ bekannt sind. 

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Jede Familie hat zwischen 3 und 5 Gärten, um die sie sich kümmert. Jeder Garten ist in einem anderen Zustand: Während der eine frisch bepflanzt wird, wächst auf dem zweiten bereits manches, und auf dem dritten kann bereits geerntet werden. Die Felder werden fast täglich besucht, um Maniok und Früchte wie Bananen, Ananas, amazonische Baum-Trauben, Cocona etc. zu sammeln, sowie süße Kartoffeln, Yams und anderes Wurzelgemüse, Chilischoten usw. Die Chilis werden zum Würzen von gekochtem Fisch und Fleisch verwendet.

(Text: Tuyuka-Gemeinschaften von Pari Acima am oberen Rio Tiquié).

 


Ungewöhnliche Mahlzeiten

Manche Speisen, die die indigenen Gruppen essen, mögen uns in der Tat seltsam vorkommen. Aber diese ungewöhnlichen Mahlzeiten schmecken nicht nur gut, sie sind auch nahrhaft und leicht zu finden. Beispiele sind Raupen oder Ameisenköniginnen. Die Ameisenköniginnen tauchen in Schwärmen auf und tragen Eier, wenn sie bereit sind, neue Kolonien zu gründen. Sie werden gefangen, sobald sie ihre Hügel verlassen. Dann werde sie roh oder geröstet und zerstoßen gegessen, was sie in eine Art würziges Mehl verwandelt.

(Text: Tuyuka-Gemeinschaften von Pari Acima, Upper Rio Tiquié)

 

Was ist Paparuto?

Paparuto ist ein Mahl, das die Krahô-Indianer gern essen. Die Krahô leben in einer Gegend der brasilianischen Savanne (Cerrado) im Bundesstaat Maranhão. Andere indigene Völker in der Nachbarschaft, wie die Gavião Pykopjê, essen auch gern Paparuto. Paparuto ist ein tradioneller Teil mancher Festivitäten.

Wie wird Paparuto zubereitet?

Zuerst reibt man Maniokwurzeln. Wenn man die Sorte Manioca-brava verwendet, muss man vor der Verarbeitung das Maniok-Gift mit einem Tipiti aus dem Fruchtfleisch entfernen. (Ein Tipiti ist ein Werkzeug aus getrockneten Blättern, das verwendet wird, um Gift aus geriebenem Maniok zu pressen).

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Geriebene Maniokwurzeln und Fleischstücke werden in Bananenblätter zu einem quadratischen Päckchen gefaltet und zwischen heißen Steinen, bedeckt von Palmblättern und Erde, wie in einem Ofen gebacken.





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Wenn die Paparuto-Füllung gar ist, werden die Blätter entfernt. Der Paparuto wird auf den Versammlungsplatz im Dorf getragen, wo alle gemeinsam die Spezialität verspeisen.





Informationsquellen
  • Associação Terra Indígena do Xingu (ATIX) e Instituto Socioambiental (ISA)

Aprendendo Português nas Escolas do Xingu - livro 2 (2005).

  • Associação Terra Indígena do Xingu (ATIX) e Instituto Socioambiental (ISA)

Saúde, Nutrição e Cultura no Xingu (2004).

  • Associação Escola Indígena Utapinopona Tuyuka, FOIRN e Instituto Socioambiental (ISA)

Histórias Tuyuka de rir e de chorar (2004).

  • Julio Cezar Melati

Ritos de uma Tribo Timbira (1978).

  • Pesquisadores e professores bilíngues wajãpi, Conselho das Aldeias Wajãpi (Apina), Instituto de Pessquisa e Formação em Educação Indígena (Iepé), Nucleo de História Indígena e do Indigenismo (NHII/USP), Museu do Índio - Funai e Instituto do Patrimônio Histórico e Artístico Nacional - IPHAN/Minc

Jane Reko Mokasia - Fortalecendo a Organização Social Wajãpi (2008).